Internationaler Treffpunkt für Metallgestalter 2026
Biennale Kolbermoor
30 Jahre ist es her, seit sich Schmiede und Metallgestalter erstmals in Kolbermoor bei Rosenheim zum Gedankenaustausch trafen. Vom 6. bis 9. August 2026 wird ein wenig zurückgeschaut auf die 15 vergangenen Biennalen – und viel vorausgeblickt auf die Zukunft. Noch stehen nicht alle Details fest, aber der Rahmen steht.
Die Biennale ist internationaler geworden – sowohl im Programm als auch bei den Teilnehmern. So erwartet die Besucher ein breites Angebot an Informationen und Vorführungen aus dem Gastland Österreich. Ab Juni wirft der Gastland-Auftritt bereits seine Schatten voraus – in einer Ausstellung im Rathaus der Stadt und im Stadtpark hinter dem Rathaus: drinnen im Foyer vor dem Ratssaal mit kleinen Arbeiten der Gestalter aus Österreich und draußen mit größeren Arbeiten.

Rollende Arbeitsplätze
Während der Biennale steht eine mobile Schmiede aus Kärnten im Mittelpunkt. Dieser neue Anhänger ist mit drei vollständigen Schmiedearbeitsplätzen ausgestattet und soll zukünftig in der Alpenrepublik zur Nachwuchswerbung für das Schmiedehandwerk eingesetzt werden. Dieses Fahrzeug dürfte einmalig in Europa sein.
Die Schirmherrschaft über die Biennale hat diesmal die Bundestagsabgeordnete des Stimmkreises Rosenheim, Daniela Ludwig, übernommen. Sie wird zusammen mit dem neuen Bürgermeister der Stadt die drei ereignisreichen Tage einleiten. Mit von der Partie sind Schmiedefunktionäre aus Österreich und erstmals auch der Bundesfachgruppenleiter der Metallgestalter in Deutschland, Teofanis Polichroniadis-Fleig.
IFGS-Versammlung und Ring-Workshop
Dass das Treffen international wird, dafür sorgt der Internationale Fachverband Gestaltender Schmiede e.V. (IFGS), der nicht nur den Verkaufsstand am Schmiedeplatz betreut, sondern auch seine jährliche Hauptversammlung in Kolbermoor abhält. Auch der „Ring der Europäischen Schmiedestädte“ wird in der Schmiedestadt Kolbermoor vertreten sein. Der Fachbeirat des Rings – die Schmiede aus den 14 Städten – ist eingeladen, aktiv an einer Skulptur für einen Kreisverkehr in Kolbermoor unter der Leitung von Michael Ertlmeier mitzuarbeiten. Die Arbeit wird von ihm vorbereitet und vor Ort fertiggestellt. Sie wird den neuen Kreisverkehr ganz in der Nähe des Schmiedeplatzes zieren. Sinnigerweise stellt sie ein Rohkolben-Bündel dar, an dem sich allerlei Getier aus dem Feuchtbiotop tummelt. Diese kleinen Arbeiten werden von den Ring-Beiräten und von den Jungschmieden live geschmiedet.

Der Nachwuchs zeigt sich
Hiermit ist auch schon auf den nächsten Höhepunkt der Biennale hingewiesen: 15 Jungschmiedinnen und Jungschmiede sind zur Biennale eingeladen, ebenfalls Kröten, Libellen, Schmetterlinge, Eidechsen und ähnliche Lebewesen für die Skulptur zu schmieden. Die Nachwuchsschmiede treffen bereits am Dienstag, 4. August, in Kolbermoor ein und werden den Schmiedeplatz unter Leitung erfahrener Metallgestalter in Beschlag nehmen. An diesem Workshop sollen auch junge Leute aus Österreich und der Schweiz teilnehmen.
Die Ergebnisse von „Iron Notes“
Professor Heiner Zimmermann von der Universität Göteborg (Schweden) wird die Ergebnisse des internationalen Projekts „Iron Notes“ in einem Referat vorstellen. Mehrere europäische Institutionen haben an diesem von der EU geförderten Projekt teilgenommen. Es wird weitere Referate und Kurse geben, die nach und nach auf der Homepage der Biennale veröffentlicht werden.
Schmiede bei den EuroSkills?
Eine aktuelle Diskussionsrunde zeichnet sich bereits jetzt ab: Letztes Jahr wurden in Österreich und Deutschland erstmals nationale Wettbewerbe im Rahmen des Berufswettbewerbs „WorldSkills“ veranstaltet. Der nächste Schritt wäre die Teilnahme an den „EuroSkills“ – denkbar und wünschenswert. Die „EuroSkills 2027“ werden in Düsseldorf abgehalten. Ob eine gemeinsame Teilnahme der Jungschmiede dort schon möglich sein könnte? Die Diskussionsrunde wird es zeigen!
Wie ging keltisches Schmieden?
Eine ganze Reihe von Info- und Fachständen rund um das große Schmiedezelt ergänzt das breite Angebot der Biennale. Beispielsweise wird auch wieder ein Stand der Archäotechniker dabei sein. In den letzten beiden Biennalen haben die Akteure live vorgeführt, wie Metallgießen in der Bronzezeit ablief – diesmal wird am Stand „keltisches Schmieden“ gezeigt. Die Organisatoren der Biennale hoffen auch diesmal auf eine Vorführung der Interessengemeinschaft Schmiede (IG Schmiede) aus der Schweiz, die sich dann zum elften Mal mit in Eisen geformten Sagen und Märchen beschäftigt.
Info:
Für Fachbesucher ist die Teilnahme kostenfrei. Um Anmeldungen vor Ort im Biennale-Büro wird gebeten. Jungschmiede, die am Workshop teilnehmen wollen, melden sich ab sofort unter folgender Adresse an:
Organisation der Biennale Kolbermoor
c/o Peter Elgaß
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 0171 5145649
Fotos: Johannes Thomae
BUs:
Unterschiedliche Kreationen entstehen zwischen Hammer und Amboss
Zeichnung der Rohrkolbenskulptur für den Kreisverkehr
30 Jahre Schmiedebiennale 2026

30 Jahre Feuer, Eisen und Inspiration in Kolbermoor
Biennale 2026
Vom 6. bis 9. August 2026 verwandelt sich Kolbermoor erneut in ein pulsierendes Zentrum der Schmiedekunst. Die Biennale der Schmiede feiert ihr 30-jähriges Jubiläum – und das mit einem Programm, das Tradition, Innovation und internationale Freundschaft vereint.
Seit drei Jahrzehnten steht die Biennale in Kolbermoor für die lebendige Verbindung von Handwerk, Kunst und Gemeinschaft. Im nächsten Jahr richtet sich der Blick über die Alpen – denn das Gastland 2026 ist Österreich, dessen Schmiedekultur eine ebenso lange wie beeindruckende Geschichte aufweist.
Schmiedinnen und Schmiede aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und ganz Europa werden in Kolbermoor erwartet. In vielen Feuern, entsteht auf Platz vor dem Alten Rathaus ein lebendiges Festival der Formen und Funken.
Jugend: Projekt „Baumschutzgitter“
Das Jubiläum steht im Zeichen der Zukunft: Es ist wieder ein Jungschmiede-Projekt geplant. Die jungen Leute sollen sich dem Thema „Baumschutzgitter“ widmen – eine gestalterisch anspruchsvolle und zugleich praktische und Aufgabe. Junge Talente aus Ausbildungsbetrieben und Fachschulen sowie junge Gesellen sollen gemeinsam Entwürfe machen, die zeigen, wie sich handwerkliche Präzision und zeitgenössischem Design verbinden lässt. „Die Mitglieder des Schmiedebeirates im Ring der Europäischen Schmiedestädte planen gleichzeitig ihr Jahrestreffen in Kolbermoor abzuhalten und sollen sich dem gleichen Thema zu widmen.“ sagte Kolbermoors Vertreter im Ring, Michael Ertlmeier beim Vorbereitungstreffen. Unter Anleitung erfahrener Meister entstehen so neue Objekte, die im öffentlichen Raum sichtbare Spuren hinterlassen. Dass beide Gruppen zusammenarbeiten ist wohl zu erwarten. Davon profitieren werden sicher vor allem die Nachwuchskräfte.
Fachvorträge im Alten Rathaus
Begleitend dazu bietet die Biennale ein vielfältiges Fachprogramm 2026 erstmals im Alten Rathaus, der heutigen Musikschule. Internationale Referentinnen und Referenten aus Handwerk und Design sprechen über aktuelle Themen der Metallgestaltung: von nachhaltigen Materialien und modernen Fertigungstechniken über historische Schmiedetraditionen bis hin zur Rolle des Kunsthandwerks in einer sich wandelnden Gesellschaft. Noch stehen die Themen nicht fest, Angebote sind erwünscht.
Schmieden live erleben – für Groß und Klein
Neben den Fachveranstaltungen ist das Liveschmieden das Herzstück der Biennale. Besucherinnen und Besucher können den Kunstschmieden über die Schulter schauen, wenn aus glühendem Eisen einzigartige Werke entstehen. An den fünf Feuern im Schmiedezelt, aber auch an den Ständen darum herum gibt es viel zu sehen.
Ein besonderes Erlebnis bietet das „Schmieden mit Kindern“, bei dem junge Besucherinnen und Besucher unter sicherer Anleitung selbst Hand anlegen dürfen. Hier geht es um Neugier, Kreativität und den ersten Funken Begeisterung für ein altes, aber immer aktuelles Handwerk.
Österreich zu Gast
Mit Österreich als Gastland steht die Biennale 2025 auch im Zeichen der alpinen Schmiedekunst. Es ist geplant die mobile Schmiede der Kollegen aus dem Nachbarland, einen voll ausgestatteten Anhänger mit drei Arbeitsplätzen, in Kolbermoor einzusetzen.
Von filigranen Kunstobjekten bis zu Skulpturen präsentieren österreichische Schmiede Arbeiten und laden zu grenzüberschreitender Zusammenarbeit ein. Von Ende Juni bis Ende September 2026 stellt die Stadt Kolbermoor Flächen im Eingangsbereich des Rathauses, im Foyer des Sitzungssaals und im Park hinter dem Rathaus zu Ausstellungszwecken zur Verfügung. Kleinere Arbeiten für drinnen, größere Objekte im Park. Auf dem Vorplatz des Rathauses ist die lebensgroße Figur eines Hufschmiedes am Amboss geplant.
Die Biennale der Schmiede ist nicht nur ein Treffpunkt für Fachleute, sondern auch ein Fest für die Menschen aus der Region Rosenheim. Stände und Ausstellungen machen Kolbermoor vier Tage lang zu einem Ort der Begegnung, des Hammerklanges. Einen kleinen Wermutstopfen gibt es doch: Der Mareissaal, in dem bei früheren Biennalen kurzfristig mitgebrachte Objekte ausgestellt wurden, steht diesmal nicht zur Verfügung. Er wird renoviert.
Die Biennale in Kolbermoor – das ist 2026 ein Jubiläum, das nicht nur zurückblickt, sondern auch die Zukunft schmiedet. Wir werden an diese Stelle weiter über den Fortschritt der Planung berichten.
Kontakt
Förderverein der Biennale
der Schmiede in Kolbermoor
Präsident Peter Elgaß
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bild 1: Viel Publikum findet sich zur Versteigerung am Sonntag ein
Bild 2: Überblick über das Geschehen am Schmiedeplatz
Fotos: Johannes Thomae

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NO Hate Ausstellung
Video Link zur "NO HATE" Aktion in Kolbermoor
! Hier klicken: Programm Flyer PDF NO Hate - Ausstellung !
Schmiede setzen Zeichen gegen Hass
Die große „Zwischen-Biennale“ in Kolbermoor startet mit einer dreimonatigen Laufzeit am 6. August auf dem Rathausplatz. Wir freuen uns über eine riesige Beteiligung von örtlichen Vereinen und Gemeinschaften, die unsere Aktion NO HATE mit dem Tiroler Schmied und Künstler Bernhard Witsch unterstützen.
Worum geht es?
Im Dezember 2020 haben Alexandra Rangger und Bernhard Witsch die Idee und ein umfassendes Gesamtkonzept für das Kunstprojekt NO HATE entwickelt und Anfang 2021 an KünstlerInnen und Kreative von nationaler und internationaler Herkunft eine persönliche Einladung zur Teilnahme gerichtet. Der Einladung sind zahlreiche Mitwirkende aus den verschiedensten Kreativbereichen gefolgt, die ein gemeinsames Zeichen setzen wollen. Ein Zeichen, das eine zeitlose Haltung symbolisiert. Ein Zeichen, das die Kraft des künstlerisch-kreativen Schaffens ausdrückt. Ein Zeichen, das Menschen verbindet.
„Wir beobachten diese Zeiten der großen Veränderungen und erinnern an das Potenzial von kreativen Netzwerken. Wir beziehen Position für das, was uns als Stärke vereint, stehen für ein Miteinander und plädieren gegen jede Form von Hass“, beschreiben Rangger und Witsch die Botschaft des Projektes.
Den beiden ist es gelungen, 71 KünstlerInnen und Kreative aus dem In- und Ausland mit 69 Beiträgen, ihrem Einsatz und mit ihrer persönlichen Botschaft in NO HATE zu vereinen.
Botschaften, die verbinden
Ausgangspunkt des Projekts war die Idee zu einer Metallskulptur, in Form des großdimensionalen Schriftzugs NO HATE. Die einzelnen Buchstaben bieten Metallflächen zur individuellen Gestaltung. Die KünstlerInnen und Kreative waren eingeladen, ihre persönliche Botschaft zum Thema NO HATE in Form eines Motivs, einer Wortkreation oder eines kurzen Satzes zu gestalten. Alexandra Rangger und Bernhard Witsch ordneten in einem ausführlichen Planungsschritt die einzelnen Beiträge auf dem gesamten Schriftzug an und fügten sie zu einem spannenden Gesamtbild zusammen. Es folgte als nächster Arbeitsschritt die Übertragungsphase der Entwürfe auf die Metallfläche durch Bernhard Witsch. Hierfür kam ein aufwendiges Verfahren mittels Plasmaschneider zum Einsatz. Vier KünstlerInnen haben das Metall selbst bearbeitet.
Aus den einzelnen Flächen entstanden durch das Zusammenschweißen die Buchstaben, in weiterer Folge der gesamte Schriftzug NO HATE, der insgesamt ca. einen Meter hoch, sieben Meter breit und 40 Zentimeter tief ist.
Das Werk zeigt nun den Schriftzug NO HATE auf den Kopf gestellt. Rangger und Witsch lehnen sich dabei an das Prinzip der Kopfstandmethode an, die eine der effizientesten Brainstorming-Techniken darstellt. „Das Negativum – den Hass – HATE haben wir auf den Kopf gestellt und in einem konstruktiven Ideenfindungsprozess aller Mitwirkenden in seine Verneinung – in NO HATE – verkehrt“, erklären die beiden diesen Schritt.
Mit dem Kunstprojekt wird aufgezeigt, dass unterschiedlichen Positionen, Perspektiven, Herangehensweisen und Meinungen in einer gemeinsamen Aussage münden können, die sich in diesem Fall für respektvolle und hassfreie Begegnung und konstruktives Miteinander einsetzt.
Projektpräsentation
Begleitend erschien ein beschreibendes Buch, welches das Projekt sowie alle KünstlerInnen und Mitwirkenden vorstellt. Dieses Buch können Sie in der Stadtbücherei käuflich erwerben. Alexandra Rangger und Bernhard Witsch haben mit der Skulptur langfristige und nachhaltige Pläne: „Wir haben vor, dieses Kunstwerk an wechselnden Standorten im öffentlichen Raum zu präsentieren und möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.“ Es wandert seit 2022 an verschiedene Orte.
Letztes Jahr wurde NO HATE auf der „ART Innsbruck“ erstmals öffentlich präsentiert, es folgte die Präsentation in der „Kunststraße Imst“. Es folgten Präsentationen in Bad Hall und an der Donau. Zuletzt war NO HATE in Taufkirchen zu sehen.
